Postural Integration
Postural Integration im körpertherapeutischen Kontext ist eine besondere Art, den Körper zu berühren und innerlich berührt zu werden.
In Verbindung mit bewusstem Atem und emotionalem Ausdruck können körperliche Verspannungen gelöst werden. Durch tiefe und systematische Arbeit an den die Muskeln umgebenden Schichten (Faszien) werden einerseits Gewebe und Muskeln wieder weicher und durchlässiger, andererseits die darin verkörperte und verdrängte Lebensgeschichte bewusst und erlebbar.
Wir verstehen Postural Integration als einen Prozess, in dem neue Bewegungen, Gefühle, Haltungen und Einstellungen erlernt werden können. Mit der Entwicklung eines Körper-Bewusst-Seins entwickeln wir auch ein neues Selbst-Bewusst-Sein, in dem Selbstachtung und -verantwortung bestimmend sind. Mit dieser neuen Haltung können wir unsere zwischenmenschlichen Beziehungen neu gestalten und für unser Leben befriedigende Entscheidungen treffen.

Postural Integration ist die Abfolge von strukturierten Einzelsitzungen, die den gesamten Körper einbeziehen. In welchem Zeitraum die Sitzungen durchgeführt werden und welche ergänzenden Methoden Eingang finden, wird vom Prozess des Klienten und der Persönlichkeit des Praktizierenden bestimmt und ist individuell.
Der Prozess wird ergänzt und erweitert durch neo-reichianische Körper- und Energiearbeit, Bioenergetik, Gestalt, Akupressur, Atemarbeit und Bewegungsübungen.
Postural Integration, wie wir es verstehen, ist ein Wechselprozess von tiefer, struktureller Körperarbeit und integrierender, emotionaler und mentaler Arbeit. Getragen wird dieser Prozess von der Beziehung zweier Menschen. So kann man die Arbeit mit Postural Integration auch im weitesten Sinne als einen Dialog zwischen Praktizierendem und Klienten verstehen.
In diesem Dialog entstehen Nähe, Berührung und Kontakt und diese ermöglichen dem Klienten, sich selbst in seiner Körpergeschichte zu erfahren, sie anzunehmen und daran zu wachsen.
Literatur dazu: Jack Painter, Körperarbeit und persönliche Entwicklung, Kösel Vlg.
